Entspannung für Hund und Mensch: warum das Hormon Oxytocin dazu beiträgt!

So können Sie sich gemeinsam mit Ihrer Fellnase entspannen und Alltagsstress abbauen.

Kennen Sie schon das Hormon Oxytocin? Man kann es sogar das „Kuschelhormon“ nennen, denn Kuscheln, liebevolle Streicheleinheiten und eine entspannende Massage setzen nicht nur beim Hund eine biochemische Reaktion in Gang. Das Hormon Oxytocin wird dabei aufgeschüttet, die Durchblutung wird gefördert, Stresshormone wie das Cortisol werden reduziert, der Blutdruck sinkt, und das Immunsystem wird aktiviert.

Temple Grandin, Professorin für Tierwissenschaften an der Colorado State University und Autorin vieler Bücher und Aufsätze zu Tierverhalten und Autismus, schrieb dazu 2007: „Der Oxytocin-Spiegel eines Hundes steigt, wenn er gestreichelt wird – übrigens auch der des Besitzers.“

Liebevolle Berührungen bringen Ruhe und schaffen Vertrautheit. Viele gute Gründe, die sogenannte dunkle Jahreszeit für eine Kuschel-Auszeit mit dem Hund zu nutzen, denken wir. 

Nicht nur wir Menschen leiden unter Stress, auch unsere Hunde. Um nur ein paar Beispiele hundischer Stressfaktoren zu nennen:

  • Autofahren
  • Ungewohnte Geräusche und Situationen
  • Trennungsängste
  • Fehlinterpretationen der Kommunikation
  • Veränderungen wie Umzug, Ortswechsel, Urlaub bzw. Hundepensionsaufentalt…

Die Stresssymptome können dabei von Hund zu Hund sehr unterschiedlich sein. Permanentes Hecheln, Bellen, Aggressionsverhalten, Allergien, Kratzen oder Lecken der Haut bis hin zu Schreckhaftigkeit können beispielsweise beobachtet werden. Doch nicht nur beim Auftreten von Stress kann eine Kuschel-Auszeit mit dem Hund eine wunderbare Nähe zwischen Mensch und Hund bieten. 

Was kann man tun?

Wichtig ist erst einmal, nichts zu erzwingen. Am besten ist es, ganz behutsam vorzugehen. Meist zeigt die Fellnase, was ihr guttut und was nicht. Ideal: ruhige Situationen für intensive Streicheleinheiten nutzen. 

Selbstverständlich streicheln Sie Ihren Hund häufig, doch streicheln Sie ihn doch einmal so achtsam und bewusst, als würden Sie das allererste Mal einen Hund streicheln. Sie werden sicherlich erstaunt sein, dass sich das ganz anders anfühlt…

Die meisten Fellnasen bevorzugen Berührungen an der Körperseite, den Schultern, dem Brustkorb, Oberschenkeln, am Rutenansatz, sehr beliebt ist auch das Streicheln der Hundeohren. Sehr leicht merkt man, was dem Hund wohlig ist, wenn er seinen Körper der streichelnden Hand entgegendrückt, sich gar genüsslich streckt oder sogar die Augen schließt. Sich in die Richtung dreht, wo er es gerne mag. Meine Hündin und auch einer meiner Rüden parkt mit seinem „Hinterteil“ richtig vor mir ein, um sich intensiv den Rutenansatz kraulen zu lassen. Voller Glück strecken sie dabei den Kopf nach oben.

Angenehm finden die meisten Hunde ruhiges, aber dennoch kräftiges Kraulen. Tätscheln z.B. auf den Kopf oder das Streicheln gegen den Fellstrich finden die meisten jedoch eher nicht so angenehm. 

Doch wie kann man den Hund gezielt massieren?

Massagen sind auch beim Hund ein gutes Mittel, um durch Berührung gestörte Körperfunktionen wieder in Fluss zu bringen – ganz so wie bei uns Menschen. Das steigert das Wohlbefinden und kann den Heilungsprozess bei alten, gestressten oder auch kranken Hunden unterstützen. Muskeln werden weicher, Blut- und Lymphkreislauf werden angeregt, Entspannung, Stressabbau und ein inneres Gleichgewicht können erreicht werden. 

Achtung: Wenn Ihr Hund krank ist, z.B. an Entzündungen, Verletzungen oder Geschwüren leidet, vermeiden Sie eigene Massagen, und klären Sie die Symptome mit einem Spezialisten wie Tierarzt, Tierphysiotherapeuten oder Tierheilpraktiker ab. 

Bevor Sie mit einer Hundemassage zur Entspannung beginnen, ist es ideal, dies nach einem Spaziergang zu tun, denn der Hund sollte sich gelöst haben und zuvor ausgelastet sein. Machen Sie es sich mit Ihrem Hund auf einem Teppich oder einer Decke bequem. Beginnen Sie langsam, den Hund zu berühren. Die Hündin oder der Rüde kann dabei stehen, sitzen oder auf der Seite liegen. Legen Sie zunächst sanft Ihre Hände auf den Rücken oder die Körperseite. Hunde mögen ruckartige Berührungen unvorbereitet nicht so gerne erleben – gerade dann, wenn der Hund es noch nicht gewohnt ist. 

Beginnen Sie mit der Massage mit dem schönen Namen „Fließende Hände“. Dabei streicht man in Haarwuchsrichtung langsam, sanft und fließend mit den Händen über den Hundekörper. Sehr schnell merkt man so, was dem Hund guttut, aber auch wo sein Körper eventuell verspannt ist. 

Danach können Sie mit dem Daumen oder den Fingerkuppen langsam den Hunderücken hinunterfahren und dabei leichte Kreise auf beiden Seiten der Wirbelsäule ziehen. Sie können auch mit der aufgelegten flachen Hand sanft kreisende Bewegungen machen.

Wenn der Hund es mag, können Sie in Seitenlage das Fell leicht von der Wirbelsäule her zwischen die Finger nehmen und zum Bauch nach unten walgen. So lockern Sie eventuelle Verspannungen. 

Viele Hunde lieben es, die Ohren massiert zu bekommen. Wussten Sie, dass im Hundeohr ca. 200 Akupunkturpunkte verteilt sind? Am besten jedes Ohr abwechselnd massieren. Das Hundeohr dabei sanft zwischen den Daumen und restlichen Fingern gleiten lassen und dabei sanft massieren. Zum Einstieg streichen Sie am besten von der Ohrmuschel mit dem Daumen zum Ohraußenrand. Beobachten Sie Ihren Hund dabei – er wird Ihnen den Weg weisen, was ihr oder ihm angenehm ist.

Wer sich mit Hundemassage beschäftigt, stößt schnell auf die „Tellington Touch Methode“. Es handelt sich dabei um eine Art Massage, die mit den Fingern und den Händen in bestimmten Positionen ausgeführt wird. Entwickelt wurde sie von Linda Tellington – daher auch der Name. In ganz bestimmter Art und Weise werden dabei Kreise an bestimmten Teilen des Hundekörpers ausgeführt. Die TTouches bestehen heute aus über 20 verschiedenen Handhaltungen und Bewegungen. Das doppelte T in TTouch steht dabei für das englische Wort „trust“ = „Vertrauen“: frei übersetzt „Tellington-Vertauens-Berührungen“. Für einen ersten Überblick hier weitere Informationen: https://wissen-hund.de/tellington-touch/?cn-reloaded=1 bzw. https://tellington-methode.de/

Buchtipps.

Wir würden uns freuen, wenn wir Ihr Interesse an diesem Thema geweckt haben. Hier einige Buchtipps von uns:

„Dog Reläx“ von Sabina Pilguj 

„Hunde richtig massieren“ von Brunhilde Mühlbauer 

„Entspannungstraining für Hunde“ von Karin Petra Freiling 

„Der aufgeregte Hund“ von Monika Schaal 

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