Allergien bei Hunden: Welche gibt es, was ist zu tun? Bakterien und Viren: Übertragung von Hund zu Mensch, was muss der Hundebesitzer wissen?

Allergien bei Hunden scheinen ständig zuzunehmen. Während in den letzten Jahren Infektionskrankheiten bei unseren Haustieren im Vordergrund standen, sind es heute immer mehr Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auf Umweltstoffe. Woher kommt das? Was kann man als Hundebesitzer tun? Wird sich das möglicherweise wieder ändern – beispielsweise durch die Verbreitung des Covid-19-Virus gerade? Wir fragten dazu die zertifizierte Tierheilpraktikerin Sabrina Lingrün.

Graf Barf: In unserem letzten gemeinsamen Beitrag haben wir uns über das Thema Futtermittelallergien unterhalten. Doch Hunde betreffen leider weitaus mehr Allergien. Woher kommt das?

Sabrina Lingrün: Stimmt, auch in meinem Praxisalltag stelle ich fest, dass meine vierbeinigen Patienten immer häufiger Überempfindlichkeitsreaktionen des Immunsystems auf körperfremde Antigene zeigen. Das äußert sich ganz unterschiedlich. Dann gilt es zu schauen, auf was reagiert der Hund. Mögliche Allergien bei Hunden sind die Umwelt- oder Kontaktallergie (canine atopische Dermatitis), die Flohspeichelallergie, die Futtermittelallergie, die Insektenallergie und die Medikamentenallergie.

Schätzungsweise sind 10–15 % aller Hunde von der caninen atopischen Dermatitis (kurz CAD genannt) betroffen, die Tendenz ist steigend. Bei der CAD reagiert das Immunsystem verstärkt auf eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt, wie zum Beispiel Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, Milbenkot, aber auch auf Futter- oder Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen.

Übrigens: Trockenfutter einzufrieren, wie es oft geraten wird, um Futtermilben zu eliminieren, hilft nicht. Die Milben werden zwar durch das Einfrieren abgetötet, aber der Kot bzw. die Milbe selbst bleibt ja im Futter vorhanden und ist somit immer noch allergen. 

Eine gleichzeitige Überempfindlichkeit gegenüber Futtermitteln, wie zum Beispiel Weizen oder Soja, begünstigen die Entstehung einer späteren CAD. Was die Entwicklung einer CAD betrifft, liegt hier auf jeden Fall zusätzlich eine erbliche Disposition bei gewissen Rassen vor.

Graf Barf: Können Sie sagen, welche Hunderassen das beispielsweise sind? Und was man dann am besten tun kann?

Sabrina Lingrün: Das betrifft zum Beispiel die Französische Bulldogge, den Deutschen Schäferhund, Rhodesian Ridgeback, Boxer, West Highland Terrier, Labrador Retriever und Magyar Vizsla, um nur einige Rassen zu nennen. Das ist eigentlich ganz einfach und dennoch oft nicht leicht: Vorrangig ist, die Ursache des Allergieauslösers zu erforschen und diese abzustellen.

Graf Barf: Allergien äußern sich ja bei Hunden auf unterschiedlichste Weise. Was beobachten Sie dazu, und wie kann man die Beschwerden lindern?

Sabrina Lingrün: Zum einen haben wir die Beeinträchtigung des Hundefells und der Haut. Das ist typisch, denn Futtermittelallergien, atopische Dermatiden oder Kontaktallergien können unterschiedlich starken Juckreiz auslösen. Zur Behandlung solcher Hautläsionen kann man kolloidales Silberwasser oder Kräutersalben wie z. B. Ringelblume oder Schafgarbe nutzen. Um den Juckreiz zu lindern, verwende ich gerne Aloe-Vera-Spray oder -Gel, zur Wundheilung Manuka-Honig. Wie schon gesagt: Wichtiger ist allerdings, die Ursache für den Juckreiz zu erforschen und wenn möglich abzustellen. Und das so frühzeitig wie möglich.

Die Symptome des Hundes können sich aber ebenso ganz anders zeigen. Tränende Augen, laufende Nase, gerötete Ohren oder wiederkehrender Durchfall sind möglicherweise ebenfalls allergisch bedingt. Gerade die Futtermittelallergie zeigt sich besonders häufig mit Rötungen im Gesicht, in den Ohren, an den Lefzen, den Augen, den Pfoten und dem Genitalbereich. Um eine Futtermittelallergie auszuschließen, ist das wichtigste Mittel eine konsequente Ausschlussdiät durchzuführen. Denn die Unterscheidung klinischer Anzeichen einer Atopischen Dermatitis durch ganzjährige Allergene oder einer Futtermittelallergie ist ohne Ausschlussdiät schwer möglich. Bluttests sind nicht geeignet, um eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren. Denn sie weisen oft fälschlicherweise positive oder negative Reaktionen auf, da auch gesunde Hunde sowie Hunde mit anderen Erkrankungen erhöhte IgE (Immunglobuline) Werte zeigen bzw. sich die Konzentrationen bei gesunden und atopischen Hunden oft überschneiden. 

Graf Barf: Ein weites Feld. Können denn auch Verunreinigungen im Wasser zu Unverträglichkeiten beim Hund führen? Den Fressnapf des Hundes reinigen sicherlich die meisten Hundebesitzer häufig. Wie sieht es mit dem Wassernapf aus – wie häufig sollte man diesen reinigen?

Sabrina Lingrün: Der Wassernapf sollte mehrmals am Tag frisch befüllt und ebenso regelmäßig gereinigt werden. Sonst bilden solche Näpfe Brutstätten für Bakterien, womit sich das Immunsystem – gerade bei belasteten Hunden – zusätzlich auseinandersetzen muss. Das Trinken aus Pfützen oder Tümpeln sollte man seinem Hund immer untersagen! Denn auch diese bilden Brutstätten für Bakterien wie Leptospiren – gerade jetzt, wenn die Außentemperaturen wieder steigen.

Bitte Vorsicht bei empfindlichen Hunden beim Baden in stehenden Gewässern oder bei Hunden mit Verletzungen oder Entzündungen auf der Haut! Am besten den Hund danach mit sauberem Wasser gründlich abspülen.

Graf Barf: Wenn wir gerade bei Bakterien und Viren sind – kann sich denn ein Hund auch von uns Menschen anstecken?

Sabrina Lingrün: Natürlich kann sich ein Haustier mit Bakterien oder Viren von uns Tierhaltern anstecken. Vor allem dann, wenn der Tierhalter einen sehr engen Kontakt mit seinem Haustier hält (wie z. B. in einem Bett schlafen, auf dem Arm tragen, küssen usw.). Daher gilt auch hier, wie gegenüber Mitmenschen, etwas Distanz zu wahren. Selbstverständlich darf das Tier weiterhin im selben Haushalt leben. In den meisten Fällen können solche Infekte bei Tieren mit gesundem Immunsystem und mit etwas naturheilkundlicher Unterstützung gut überstanden werden. 

Ganz aktuell: Inwieweit das neue Covid-19-Virus auf Hunde und Katzen übertragen werden kann, wird die Forschung noch herausfinden. Der Stamm der Corona-Viren ist allerdings schon lange im Tierreich bekannt. Hunde reagieren auf eine Corona-Virus-Infektion der bekannten Stämme mit Durchfall, bei Katzen ist das feline Corona-Virus ein Mitverursacher der FIP (felinen infektiösen Peritonitis). Noch sind außer einem in China aufgetretenen Fall keine weitere Covid-19-Infektion bei Hunden und Katzen bekannt.

Graf Barf: Und umgekehrt, was können Fellnasen an uns evtl. übertragen? 

Sabrina Lingrün: Krankheiten und Infektionen, die auf natürlichem Wege zwischen Wirbeltieren und Menschen übertragen werden, nennt man Zoonosen. Demnach ist es nicht nur möglich, dass wir Krankheiten an Tiere weitergeben, ebenfalls können Tiere Krankheiten an den Menschen übertragen. Weltweit sind ca. 200 Zoonosen bekannt, darunter befindet sich z. B. die Salmonellose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Jedoch kann ich Sie beruhigen, diese Fälle kommen unter Einhaltung normaler Hygieneregeln nicht sehr häufig vor. Zu diesen Hygienemaßnahmen gehören, sich nicht vom Tier im Gesicht abschlecken zu lassen, das regelmäßige Reinigen von Futter- und Wasserschüsseln und das Händewaschen nach der Zahn- oder Fellpflege. Selbstverständlich sollte man auch beim Umgang mit Ausscheidungen wie Kot und Urin auf eine ausreichende Hygiene achten.

Graf Barf: Vielen Dank für das Gespräch und die vielen wichtigen Informationen. Bleiben Sie gesund!

Zur Person Sabrina Lingrün

Zertifizierte Tierheilpraktikerin (Verband deutscher Tierheilpraktiker) mit mobiler Praxis, Zertifizierte Ernährungsberaterin BARF für Hunde & Katzen nach Swanie Simon.

Schwerpunkte:

Ernährungsberatung BARF für Hunde & Katzen, Klassische Homöopathie, Vitalpilze,

Traditionelle Chinesische Veterinär Medizin, Phytotherapie, Laserbehandlungen und Horvi Enzymtherapie

Kontakt: www.tierheilpraxis-wörth.de

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